logo

Es ist die zweite Saison der Kabbarett-Bundesliga. Die Idee ist prima. Von Hamburg bis Köln, von Frankfurt bis Hannover, von Berlin bis Mainz stehen die bekanntesten Kleinkunst-Theater auf dem Spielplan. Jeden Spieltag spielen je zwei Comedians gegeneinander. Jeder hat an diesem Abend eine Stunde Zeit, das Publikum für sich zu gewinnen. Im Anschluss an die Veranstaltung stimmt das Publikum ab und ermittelt den Sieger. Wie auch in der Fußballbundesliga sammelt man so Punkte. Während des gesamten Jahres können die Zuschauer auf der Internetseite die Tabelle einsehen, Spielberichte lesen und sich informieren. Im nächsten Juni steht dann der Sieger fest.

Kollegen die bereits dabei waren sagen, es sei ein Abenteuer. Ich lass mich einfach mal drauf ein. Wer in der Nähe ist und mich unterstützen möchte, sollte in die jeweiligen Theater kommen und für mich stimmen. Alle Termine hier:

 

Ich habe viel erlebt im vergangnen Jahr und die Kabbarett-Bundesliga genossen. Auch wenn es viel Stress und noch mehr Fahrerei war. Viele wundervolle Theater habe ich kennen gelernt und noch mehr spannende Menschen. Ich nehme viel mit aus dieser Zeit und wünsche allen Kollegen, die jetzt noch im Wettbewerb stehen alles Gute!   Direkt zur Homepage der Liga:  hier

Siegerehrung ist am 27. Juni 2011 im Kabarett-Theater Die Wühlmäuse in Berlin.

KBLteaser

Spielbericht Köln: Es war keine leichte Party im Senftöpfchen in Köln. Topas ging in die erste Halbzeit und konnte im gut gefüllten Kabarett-Theater mit seiner Show punkten. Wenn auch die ersten Minuten für ihn schwer waren, so hat er mit seiner Mischung aus Comedy und Zauberei überzeugt. Schwer wurde es dann auch für mich, denn das Publikum ist ein Kabarett-Publikum, was ich schon in einem Vorgespräch hinter der Bühne feststellen durfte: “Junger Mann, sind sie in dieser Jeans auch auf der Bühne? Das sieht sehr privat aus......” Egal, dabei sein ist alles heißt es ja so schön, aber auch das ist Quatsch. Ein wenig Ehrgeiz packt einen dann doch. Gratulation an Topas, der mir sehr gut gefallen hat und auf nach Mainz in das Unterhaus.

Senf3
Senftöpchen_Eingang
senf5

Spielbericht Mainz: Da erreicht einen morgens der Anruf, Lothar ist krank und kann nicht spielen, bereite dich bitte auf ein Solo vor. Na prima, dachte ich mir. Und das, wo Mainz ein “Heimspiel” hätte werden können. Aber gut, was will man machen. Das Publikum hat es locker aufgenommen, ich habe ja auch während des Programms mein T-Shirt gewechselt, damit zumindest der Eindruck entstand, es wären zwei Spieler aufgetreten. Mainz war schön. Das Team des unterhauses ist unglaublich herzlich, der Techniker entspannt, versprüht das Gefühl, dass er weiß, was er tut. Was kann da noch schief gehen. Und so war es dann auch. Schöne Stimmung und alle sind zufrieden nach Hause gegangen. Nur kommt dieser Abend natürlich nicht in die Wertung, obwohl ich sagen muss: heute war ich einfach konkurrenzlos!

unterhaus1
unterhaus2
unterhaus3

Spielbericht Bremen: Fünf Stunden Anfahrt sind doch eigentlich ein Klacks, habe ich mir gedacht. Das machst du doch im Schlaf, hab ich gedacht. Und so wäre es dann auch fast gewesen. Bei strahlendem Sonnenschein bin ich losgefahren und kam in einem Orkanartigen Regen in Bremen an. Verfahren habe ich mich auch, weil mein Navi ausgefallen ist und ich in der Regel keine Ahnung habe, wo ich eigentlich hinfahre. Aber um halb sechs, also eine halbe Stunde nach Soundcheckbeginn kam ich an. Sybille Bullatscheck alias Ramona Schuhkraft war aber auch noch nciht da und so konnte es entspannt beginnen. Lauter nette Menschen haben mich begrüßt, auch ein Autogrammjäger, der mir am Eingang gesagt hat: Ich hätte gerne ein Autogramm, auch wenn ich sie kaum erkannt habe, ihre Haare sind ja so grau! Aber ich habe ihm eins gegeben. Der Abend verlief ganz nach meinem Geschmack. Als zweiter aufzutreten gibt mir immer noch die Möglichkeit das Publikum schon mal zu erfühlen. Und die waren bei Sybille unglaublich gut dabei. Tolle Stimmung - und eine tolle erste Halbzeit haben die Latte sehr hoch gelegt. Mit einem großen Tunnelblick habe ich dann meine Hälfte gespielt und danach konnten wir beide nicht einschätzen, wie der Abend wohl ausgehen würde. Für mein Ego war es sehr gut, dass die Partie ein mich ging. Schlachthof Bremen, ich komme gerne wieder! Und auf der Tabelle der Liga bin ich jetzt auch ein paar Plätze hochgerutscht.

schlachthof

Spielbericht Karlsruhe: Das Tollhaus in Karlsruhe ist ein wirklich schönes Haus. Es bietet alles, was man sich so wünscht und die  Betreuung vor Ort war einwandfrei. Die gute Seele des Hauses hat sogar vor der Show für uns gekocht. Braumeistergulasch ist nicht unbedingt etwas Leichtes vor der Show, aber das geht schon auch mal. Wie in Bremen, war ich auch in Karlsruhe als zweiter dran und konnte mir Kollege Volker Surmann in Ruhe anschauen. Er hat sein Publikum nach kurzer Zeit auf seiner Seite gehabt und es auch behalten. Schöne kurzweilige Stunde, mit vielen schönen Gags - ein Umstand, der es mir nicht leichter gemacht hat. Dennoch habe ich mich auf meine Stärken besonnen und versucht vom ersten Moment an Party zu machen. Und es hat geklappt. Alle haben mit mir gefeiert und sich köstlich amüsiert. Da konnte man auch schnell vergessen, dass wir mit 100 Gästen im Foyer gespielt haben, statt in den großen Sälen. Die Heimfahrt war dann angenehm und schnell, denn ich konnte mit dem guten Gefühl Richtung Frankfurt aufbrechen, dass ich mit 6,5 Punkten gewonnen habe. Das bringt mich am letzten Spieltag dieses Jahres noch mal ein schönes Stück in der Tabelle nach vorn. Im Februar 2011 geht es weiter!

Backstage

Volker Surmann, Theo Vagedes - und mein Teller

Spielbericht Duisburg: Das Erste, was ich in Duisburg erleben durfte, war eine Irrfahrt durch die Stadt und alle Stadtteile, die dieser Landstrich zu bieten hat. Mein Navi wollte sich in Duisburg einfach nicht zurecht finden. Wahrscheinlich sind die vier Jahre alten Straßenkarten für so eine wachsende Metropole einfach zu alt. Mit Hilfe des Bundestrainers, der mich am Teleon zum Hotel gelotzt hat, habe ich es dann doch noch gefunden. Das Hundertmeister ist ein tolles Kulturzentrum mitten in der Stadt. Schon im Backstagebereich wird klar, hier haben alle schon mal gespielt. Sebastian23, mein Gegner an diesem Tag, auch. Schließlich ist er hier geboren. Knapp 80 zahlende Gäste haben den Raum gut gefüllt und pünktlich um 20 Uhr wurde angepfiffen. Ich hatte den ersten Part und muss sagen, ich hatte Spaß. Und das Publikum auch. Und da sagt man immer, dass die Menschen da so humorlos sind. Nach der Halbzeit wurde schon bei Sebastians Auftritt klar, dass er sich hier zu Hause fühlt und das Publikum ihn kennt. Aber - diesen Vorteil hat während der Saison schließlich jeder mal. Er war aber auch klasse. Ich habe viel gelacht über Deutschlands erfolgreichsten Poetry-Slamer. Das Abstimmungsergebnis hat den Heimvorteil dann sehr genau wieder gegeben. 3,75 zu 6,25. Dieses Spiel ging nach Duisburg. Aber schön war es trotzdem und wir machen ja schließlich alle nicht mit, um zu  gewinnen.....

Sebastian23

Das, habe ich von Sebastian gelernt, ist die Gehörlosengeste für  Bullshit.

Spielbericht Berlin: Die Hauptstadt ist schnell erzählt. Nach einer Woche  Mallorca und einer siebenstündigen Fahrt kam ich in Berlin an. Die Wühlmäuse. Schönes Haus, ich kannte es ja schon. 200 Karten waren verkauft und das ist für die Bundesligaverhältnisse sehr viel. Soundcheck lief bei den guten Technikern vor Ort reibungslos, ganz so wie man es erwartet und noch ein bisschen freundlicher. Michael Sens hatte die erste Halbzeit. Er sang, spielte Klavier, Geige und Gitarre und das Publikum hat getobt. Kein einfacher Start in den zweiten Teil für mich, denn ich spiele schließlich kein Instrument. Das Berliner Publikum war sehr gut drauf und das haben sie auch mir gezeigt. Es war ein ganz runder Abend, für das Publikum und für uns. Wäre da nicht immer diese Abstimmung. Sens gewann mit 6,4 Punkten in seiner Heimatstadt ziemlich klar. Dadurch bin ich auf den 10. Platz abgerutscht.

P1000429

Spielbericht Mainz: Beim zweiten Anlauf hat es geklappt. Lothar Bölck und Bernhard Westenberger haben sich getroffen. Mit knapp 40 Gästen war das Unterhaus eher mäßig besucht, was der Stimmung aber keinen Abbruch getan hat. Bereits nach fünf Minuten hatte ich das Gefühl, das läuft heute. Die Menschen sind auf mich eingegangen, waren von anfang bis Ende dabei, hatten jede Menge Spaß. Und den hatte ich auch. In der Pause war für mich klar, es hätte heute nicht besser laufen können. Wenn du heute verlierst, dann hat er einfach besser gefallen. Und er hat gefallen. In den ersten 30 Minuten seines Auftritts dacht ich “oh, das wird eng.” Eine Pointe nach der anderen, politisches Kabarett, über das man ehrlich lachen kann. Am Ende war es mit 6:4 weniger knapp, als ich erwartet hätte. Aber ein schöner Abend und wieder einmal durfte  ich einen netten Kollegen kennen lernen.

Spielbericht Hamburg: Kurz gesagt - lange gefahren, schön gespielt, trotzdem verloren. Die Kabarett-Bundesliga ist irgendwie immer weniger einzuschätzen. In jeder Stadt läuft es anders, jeder kann jederzeit gegen jeden gewinnen, oder eben auch verlieren. Entweder sind alle ziemlich nah beieinander, was das Niveau betrifft, oder aber jede Stadt wertet Inhalte anders. Wir hatten in Alma Hoppes Lustspielhaus einen wundervollen Abend. Die Crew ein Traum von Zuvorkommen, Aufmerksamkeit und Nettigkeit. Man fühlt sich innerhalb der ersten 10 Minuten zu Hause. Das Publikum offen und voller Lust sich unterhalten zu lassen. Ich habe mal wieder angefangen, was vielleicht an diesem Abend ein Nachteil war. Nach einer Stunde haben die Gäste nicht nur applaudiert, sndern mit den Füßen getrampelt und gepfiffen, es war ein gutes Gefühl. Gedacht habe ich in diesem Moment: Da kann nicht mehr viel schief gehen. Ist es aber. Björn Pfeffermann hatte den zweiten Teil, die gleichen Reaktionen und hat gewonnen. Bisher dachte ich immer, es ist völlig egal, on man anfängt, oder nicht, seit Hamburg zweifle ich daran. Aber Alma Hoppes Lustspielhaus ist ein unglaublich schönes Theater. Und mit knapp 200 Gästen auch hervorragend besucht.

IMG_0192

Spielbericht Wilhelmshaven und Goslar: So, meine kleine Nordschleife habe ich hinter mir. Wilhelmshaven und Goslar. Zwei schöne und völlig unterschiedliche Theater. Wilhelmshaven war ein guter Abend mit Joachim Zawischa. Ich habe als erster gespielt und der Saal hat gebrodelt. Leider brodelte er in der zweiten Hälfte bei Joachim auch. Beide konnten wir hinterher nicht voraussagen, wer gewonnen hat. Mit runden 4:6 ear es Joachim. Dementsprechend gelaunt bin ich die 300 Kilometer von Wilhelmshaven nach Goslar gefahren. Natürlich nicht, ohne vorher am Wasser gewesen zu sein. Was mich in Goslar erwartete war was ganz besonderes. Das Kulturkraftwerk Goslar ist ein unglaublich empfehlenswerter Ort. Ein Verein führt dieses Theater absolut liebevoll. Lauter gut gelaunte Menschen, die einen emmpfangen, ein schönes Haus mit viel Lust zum Detaileingerichtet, eine super Bühne und dazu ein Publikum, das sich auf den Abend einlässt. Und zwar von der ersten Minute an. Axel Pätz hieß mein Kontrahent, der vierte in der Tabelle - und PIANIST. Wieder mal. Er hat dann den ersten Teil gerockt, das Publikum hat getobt, gepfiffen und gejohlt. O.K dachte ich, der Abend ist durch.  Dann war die Stimmung bei mir genauso gut. Ein wahnsinnig tolles Publikum, das uns beide durch den Abend getragen hat. Nach unserem Trikottausch (also sie Sakkos) gab es dann die Punktevertielung und Tristan vom Kraftwerk konnte verkünden, dass er ein solches Ergebnis in der gesamten Liga noch nicht hatte. Mit 8 Hundertstel hat Axel  gewonnen, aber an diesem Abend war das für uns beide egal. Gefühlt war das ein ganz klares Unentschieden. Danke Goslar, was war toll.

P1000431
P1000438
Stuttgart1
Stuttgart2

Spielbericht Stuttgart: Stuttgart war eine ganz kurze Visite, Sonntag nachmittag losgefahren und nachts schon wieder am Frankfurter Flughafen am neuen “Zeppelingebäude” vorbeigefahren. Stuttgart - Renitenztheater. Das Theater feiert in diesem Jahr sein 50 jähriges Bestehen und ist gerade umgezogen. Von einem kleinen 100 Gästehaus in einer größeres, mit über 200 Plätzen. Vieles von dem, was ich in Stuttgart gesehen habe, wird uns auch in Kriftel helfen. Ach ja, gespielt habe ich auch. Sia Korthaus war meine Kontrahentin und es war ein guter Abend. Für uns beide. Es gelang mir nicht ganz so wie in Bünde ein Unentschieden herauszuspielen, aber 4,8 zu 5,2 war auch in Ordnung. Das Stuttgarter Publikum war von Beginn an offen und bereit, sich unterhalten zu lassen. Es war schön. Vielleicht hat gestern eine Rolle gespielt, dass ich als erster spielen musste, vielleicht, dass Sia als Frau bei den Frauen sofort gepunktet hat, vielleicht, weil Sia mehr gesungen hat, oder einfach nur WEIL. Unter dem Strich ist es mir egal, denn auch Stuttgart hat nach einem Folgeengagement gefragt. Nach Berlin und Goslar ist das das dritte Folgeengagement, dass ich mir in der Bundesliga erspielt habe. Von den vielen netten Kontakten ganz abgesehen. Auf den Punkt gebracht, hatten wir einen spannenden Abend, an dem jeder von uns beiden das Publikum auf seiner Seite hatte. Ganz so, wie es sein soll.

Spielbericht Frankfurt-Höchst: Ein Rausch der Sinne trifft es wohl am besten. Im Neuen Theater Höchst trafen sich am 15. April zwei Kabarettisten, die sich durchaus das Wasser reichen konnten. Martin Hermann, der Frauenflüsterer traf auf Bernhard Westenberger, den Familienflüsterer. Martin legte vor und hatte von Anfang an das Publikum im Griff. Das Höchster Publikum war ein Traum, offen, fröhlich und voller Lust sich unterhalten zu lassen. Das  hat Martin getan. Er hat das ausverkaufte Neue Theater gerockt. Nach der Pause durfte ich dann spüren was es heißt, ein echtes Heimspiel zu spielen. Mir schwappte ein Begrüßungsapplaus entgegen, der mich fast von der Bühne gefegt  hätte. Wahnsinn. Wie es nun mal meine Art ist, drehe ich in einer solchen Situation dann richtig auf. Ich habe mich frei gespielt und eine unglaubliche zweite Hälfte hingelegt. Das Publikum war am ausrasten. Traumhaft. Einen solchen Abschluss für die Liga konnte ich mir nur wünschen. Martin hat am 15. etwas unter Wert verloren, hätten wir uns in einer anderen Stadt getroffen, hätte das ganz anders aussehen können. Wir waren beide hervorragend und haben, wie Eingangs erwähnt, das Neue Theater gemeinsam auseinander genommen.

Bernhard

Westenberger

freigestellt

Impressum   

Kontakt   

5.9. 2011

Stand up Comedy - Kabarett - Kleinkunst

<<...zurück